Sterbe- und Trauerbegleitung

Bild Helga Grams

Dieses Bild hat Helga Grams (* 04.02.1955 + 07.04.2016) gemalt.
Helga Grams war über mehr als 12 Jahre im Fachbereich Sterbe- und Trauerbegleitung der Kolping- Bildungsstätte Coesfeld als freiberufliche Dozentin tätig. In unterschiedlichen Kursen hat sie sehr engagiert, kreativ und mit ihrem rheinisch geprägten Naturell mitgewirkt und so in der Bildungsstätte wie auch bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern Spuren hinterlassen. Dieses Bild soll erinnern an ihr langjähriges Tun und Wirken in der Qualifizierung von Mitarbeitenden in der Hospizarbeit, die ihr ein Herzensanliegen war.

Die personale Begegnung und die Beziehungsgestaltung, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Respekt für das Gegenüber sind Voraussetzung sowohl für Veränderung als auch für (innere) Bewegung. Diese Grundhaltungen sind zentral für die professionelle Arbeit in Sterbe- und Trauerprozessen. Sie erfordern ein hohes Maß an Selbstreflexion sowie an Einfühlung und Empfindsamkeit. Andere berühren und sich anrühren lassen, berührbar werden, eigene Verletzungen kennen und sie als Teil der Identität anerkennen, in Kontakt gehen, Dasein als tragfähiges Gegenüber – all dies ist notwendig, um empathisch und authentisch begleiten zu können. In den Fortbildungen der Kolping Bildungsstätte zur Trauer- und Sterbebegleitung vermitteln wir im Sinne der vorgenannten Aussagen Haltung („Hospiz ist Haltung“) und das notwendige theoretische Wissen.

In unseren mehrteiligen Fortbildungen (Befähigung zur Trauerbegleitung im Ehrenamt / Fortbildung zum/ zur Trauerbegleiter/in -Große Basisqualifikation-) qualifizieren wir entsprechend den Standards des Bundesverbandes Trauerbegleitung (BVT e.V.).

Hospizgruppen bieten wir auf Anfrage Fortbildungen zu speziellen Themen an oder Sie wählen aus unserem umfangreichen Angebot an Einzelkursen.

Für Hauptamtliche in Hospizdiensten (Koordinator*innen) finden Sie in unserem Fortbildungsprogramm ebenfalls spezielle Qualifizierungen (nach § 39a SGB V).

Unsere Angebote für Sie

1. Mehrteilige Fortbildungen (Qualifizierungsmaßnahmen)

Befähigung zur Trauerbegleitung im Ehrenamt (Grundkurs Trauerbegleitung) (BVT)

Neue Kurse sind für Herbst/ Winter 2021 geplant.

Anfragen richten Sie bitte an:
u.bertels@bildungsstaette.kolping-ms.de

"Wenn Sterben und Trauern zusammenfallen"
(entsprechend den Standards des Bundesverbands Trauerbegleitung)

Eine mehrteilige Fortbildung zur Trauerbegleitung in der Sterbebegleitung.

Die Kolping-Bildungsstätte Coesfeld ist durch ihren Mitarbeiter, Herrn Norbert Mucksch, qualifizierendes Mitglied im Bundesverband Trauerbegleitung und setzt in ihrer Fortbildung die dort entwickelten Standards um.

siehe: www.bv-trauerbegleitung.de

Diese Fortbildung hat einen Umfang von 84 Unterrichtsstunden.
Sie richtet sich vor allem an feste Hospizgruppen, die dieses Angebot als eine Fortbildung für ihre Gruppe oder ihren Hospizdienst mit und bei uns durchführen wollen.

Konzeption

Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen von Hospizdiensten werden mehr und mehr intensiv auf die Sterbebegleitung in der Familie, im Altenpflegeheim oder im Krankenhaus vorbereitet. Dabei wird häufig noch immer übersehen, dass um den Sterbenden herum Menschen leben, die zeitgleich mit dem Sterbenden in tiefe Trauer fallen. Auf die Begegnung, geschweige denn die Begleitung dieser trauernden Menschen, sind die wenigsten Sterbebegleiter*innen vorbereitet.

Auch der Sterbende selbst kann in den letzten Wochen und Tagen seines Lebens in eine Trauer fallen, bei der es eher um Aspekte der Vergangenheit und des nicht gelebten Lebens geht als um die Frage nach dem Sterben, dem Tod oder dem möglichen Leben danach.

Diese Fortbildung will ehrenamtliche Sterbebegleiter*innen befähigen, im ganz konkreten Fall „Handwerkszeug“ zur Verfügung zu haben. Damit können Trauernde als Trauernde wahrgenommen werden. Erst so gelingt sinnvolle Begleitung.

Aufbau der Fortbildung:

Zwei Tagesveranstaltungen

  1. Trauer nach Suizid
  2. Symbole und Rituale in der Trauerbegleitung

Vier Wochenendseminare

  1. Der Umgang mit eigener Trauer – Selbsterfahrung, Trauerphasen
  2. Trauerbegleitung und Sterbebegleitung gleichzeitig? – sich bewegen in Systemen, in denen gleichzeitig gestorben und getrauert wird
  3. Verschiedene Formen des Trauerns und wie man mit Trauenden sprechen kann – „diagnostizieren“ und kommunizieren
  4. Was den Unterschied zwischen Trauerbegleitung und Sterbebegleitung ausmacht - wo „ich“ meinen Schwerpunkt habe

Methode

Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt u.a. durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Hinweise

  • Für diese Fortbildung können Sie Bildungsurlaub beantragen.
  • Die Teilnahme an den Tagesveranstaltungen und allen Kursabschnitten ist Voraussetzung für eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung dieser Fortbildung.
  • Bei diesem Seminar planen Sie bitte Abendeinheiten ein.

Dozierende

Ulrike Michel, Tecklenburg, Hebamme, Sterbeamme, Hospizkoordinatorin, Trauerfachberaterin

Norbert Mucksch, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialarbeiter, Pastoralpsychologe (DGfP), personzentrierter Berater (GwG), Ausbilder für Trauerbegleitung (BVT), Psychodramaleiter (DFP, DAGG), Fortbildung in ‚Analytischer Psychologie und Seelsorge‘ sowie gruppendynamische Zusatzqualifikation ‚Leiten und Beraten von Gruppen‘ (DAGG), Supervisor (DGSv/GwG), Mitglied im Bundesverband Trauerbegleitung (BVT)

Mathilde Reinhard, Havixbeck; Dipl.-Sozialpädagogin, Radix Körpertherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)

Wilhelm Riemer, Telgte, Pastoralreferent/ Krankenhausseelsorger i.R., Dipl.-Theologe, langjähriger Mitarbeiter der Krisenhilfe Münster e.V. in der Begleitung von Menschen in suizidalen Krisen, Trauerbegleitung, langjährige Tätigkeit als Trauerbegleiter für Hinterbliebene nach Suizid

Ferdi Schilles, Dülmen; Dipl.-Theologe, Supervisor (DGSv), Trauerbegleitungsausbildung bei Jorgos Canacakis, Trauerbegleitung, Fortbildung u. Supervision in eigener Praxis (Sensus)

Martina Zabel, Bochum; Dipl.-Pädagogin, Trauerausbildung bei Jorgos Canacakis, Supervisorin (DGSv), Mediatorin, Leiterin einer Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung

Fortbildung zum Trauerbegleiter/zur Trauerbegleiterin - Große Basisqualifikation nach BVT e.V. -

Ein neuer Kurs „Fortbildung zum/zur Trauerbegleiter/-in“ ist geplant von September 2022 bis November 2023.
Anfragen richten Sie bitte an:
u.bertels@bildungsstaette.kolping-ms.de

Die Kolping-Bildungsstätte Coesfeld ist durch ihren Mitarbeiter, Herrn Norbert Mucksch, qualifizierendes Mitglied im Bundesverband Trauerbegleitung und setzt in ihrer Fortbildung die dort entwickelten Standards um.

Nach Beendigung der Fortbildung sind die Teilnehmenden in der Lage, Menschen in ihrer normalen Trauer zu begleiten und verfügen über ausreichendes Wissen, bei erschwerter Trauer oder Traumatisierungen an Fachkräfte weiter zu vermitteln.

Dozierende

Anja Gloddek-Voß, Münster; Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst, Palliative Care Fachweiterbildung, Diplom Heilpädagogin, Supervisorin (DGSv), Psychodramaleiterin

Jürgen Hilleke
, Borken; Diplom-Theologe, Supervisor (DGSv), Fortbildner, Traumaberater (DIPT), Coach

Norbert Mucksch, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialarbeiter, Pastoralpsychologe (DGfP), personzentrierter Berater (GwG), Ausbilder für Trauerbegleitung (BVT), Psychodramaleiter (DFP, DAGG), Fortbildung in ‚Analytischer Psychologie und Seelsorge‘ sowie gruppen- dynamische Zusatzqualifikation ‚Leiten und Beraten von Gruppen‘ (DAGG), Mitglied im Bundesverband Trauerbegleitung (BVT), Supervisor (DGSv/GwG)

Mathilde Reinhard, Havixbeck; Dipl.-Sozialpädagogin, Radix Körpertherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)

Ferdi Schilles, Dülmen; Dipl.-Theologe, Supervisor (DGSv), Trauerbegleitungsausbildung bei Jorgos Canacakis, Trauerbegleitung, Fortbildung u. Supervision in eigener Praxis (Sensus)

Martina Zabel, Bochum; Dipl.-Pädagogin, Trauerausbildung bei Jorgos Canacakis, Supervisorin (DGSv), Mediatorin, Leiterin einer Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung

Entscheidungsworkshop

Einen Tag lang werden in Einzelgesprächen Teilnahmekriterien zur Fortbildung besprochen. Gleichzeitig kann sich die Gruppe kennen lernen.

Die Teilnahme am Entscheidungsworkshop ist Voraussetzung für die Kursteilnahme. Es entsteht jedoch keine Verpflichtung und keine Berechtigung, an der Fortbildung teilzunehmen.

Dozierende:
Mathilde Reinhard, Martina Zabel, Norbert Mucksch

1. Kursabschnitt

Die eigene Trauer im Kontext von Trauerbegleitung

Um Trauerbegleitung so wahrnehmen zu können, dass der trauernde Mensch im Focus der Begleitung steht, muss sich die Begleitperson der Trauer im eigenen Leben nicht nur bewusst sein, er oder sie muss sie als Teil des eigenen Lebens bejaht und somit integriert haben. Daran soll in diesem Kursabschnitt gearbeitet werden. 

Das Lernen von Trauerphasen ist eine erste Einführung in das Feld von Verstehen und Begleitung Trauernder.

Dieser 1. Kursabschnitt ist stark selbsterfahrungsorientiert.

Dozierende:
Martina Zabel, Norbert Mucksch

2. Kursabschnitt

Wenn Sterben und Trauern zusammenfallen

Gerade wenn Trauerbegleitung als Folge einer Sterbebegleitung oder gleichzeitig mit ihr wahrgenommen wird, sind klare Vorstellungen von dem, was man selbst als Trauerbegleiter* in will, ebenso wichtig wie ein klares Bild von dem Unterschied zwischen Trauerbegleitung und Sterbebegleitung. 

Aber auch in anderem Kontext geht es immer wieder darum, sich selbst und anderen deutlich zu machen, worin der „Arbeitsauftrag“ konkret besteht und wie man sich gut abgrenzen kann zu manchmal berechtigten Wünschen nach Therapie seitens trauernder Menschen.

Dozierende:
Mathilde Reinhard, Norbert Mucksch

3. Kursabschnitt

Trauerbegleitung als Prozess: den gemeinsamen Weg mit dem Trauernden gestalten

Das Angebot von Struktur kann Menschen in der Trauer Halt und Sicherheit geben. Deshalb ist es wichtig, wenn Begleiter und Begleiterinnen wissen, wie sie einen Trauerbegleitprozess beginnen und abschließen. Ein gut aufgebautes Erstgespräch, ein Kontraktgespräch, ein Ritual für das Ende einer Begleitung, all das gestaltet die Begleitung und fördert heilende Prozesse. 

Gleichzeitig fördert das Wissen um die Entscheidungsfreiheit des Trauernden und um Phänomene der Übertragung und Gegenübertragung in der Begleitung die Qualität einer Trauerbegleitung. Auch die Suche nach einer Antwort zur spirituellen Dimension von Trauer ist Teil einer guten Prozessbegleitung.

Dozierende:
Ferdi Schilles, Norbert Mucksch

4. Kursabschnitt

Kommunikation mit Trauernden
vom Reden über …
vom Reden mit …

Die Rolle eines Begleiters, einer Begleiterin und das Selbstverständnis darin wird einerseits oft deutlich durch die Art und Weise, wie jemand mit Trauernden spricht. Das kann als Gesprächsführung gelernt und geübt werden. Auf der anderen Seite geschieht ein weiteres Voranschreiten der Selbstreflexion in der Rolle als Trauerbegleiter/-in durch das Einüben einer Selbstreflexionsmethode auf der Basis von Körperarbeit, durch Selbstfürsorge und das Einüben einer wertschätzenden Haltung der Trauer gegenüber.

Die Vergewisserung eigener spiritueller oder religiöser Standpunkte kann im Zusammenhang mit Trauernden anderer Religionen wichtig werden. Grundwissen über den unterschiedlichen Umgang mit dem Leichnam in anderen Kulturen wird zudem hilfreich sein.

Dozierende:
Mathilde Reinhard, Martina Zabel

5. Kursabschnitt

Literaturwerkstatt: Ich finde „mein“ Buch und stelle es Euch vor

Fachwissen erlangt man (auch) durch das Lesen entsprechender Literatur. Auf einem Markt der Buchtitel und Autoren kann geschmökert und Probe gelesen werden. In kleinen Gruppen wird an selbst gefundener und mitgebrachter Literatur gearbeitet, um am Ende der 1 ½ Tage anderen aus der Gruppe einige Ergebnisse vorzustellen. Hier können auch die Bücher für die zu leistende Buchbesprechung gefunden werden.

Dozierende:
Martina Zabel, Norbert Mucksch

6. Kursabschnitt

Formen der Trauer
Wenn es kritisch wird – Trauer und Trauma

Trauer ist immer ein Prozess. Manchmal kann die Trauer durch traumatisches Erleben erschwert sein. Dieser Kursabschnitt beschäftigt sich durch theoretische Anteile und praktische Fallbeispiele mit Formen erschwerter Trauer und mit der Symptomatik und Diagnostik von Trauma, das durch die Grunderfahrung von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Kontrollverlust geprägt ist. 

Dabei werden wir uns der Frage nähern, wie Sicherheit und Stabilisierung für den Betroffenen wiedergewonnen werden kann, was von Trauerbegleitern aus ihrer Rolle zu leisten ist, aber auch, wo Grenzen sind bzw. wo eine professionelle therapeutische Aufarbeitung angezeigt scheint.

Dozierende:

Ferdi Schilles, Jürgen Hilleke

7. Kursabschnitt

Eine Gruppe lebendig leiten lernen Gruppenleitung mit Haltung und Methode der personenzentrierten Gesprächsführung auf Grundlage gruppendynamischer Erkenntnisse und unter Berücksichtigung der Methoden der Themenzentrierten Interaktion (TZI)

Die Leitung eines Trauercafés oder einer Trauergruppe erfordert Kenntnisse über Prozesse und Phasen, wie sie immer und überall in Gruppen unter den Teilnehmenden ablaufen. Durch die Wahrnehmung von Gruppenprozessen kann eine Leitung mit Hilfe gezielter Interventionen eine Gruppe im Sinne des gemeinsamen Themas und Ziels steuern und leiten. Auch hier geht es um das Wahrnehmen von Übertragungen und Gegenübertragungen sowie um das Erlernen geeigneter Kriseninterventionen im Fall einer Gruppenkrise.

Dozierende:
Norbert Mucksch, Anja Gloddek-Voß

8. Kursabschnitt

Die ersten Schritte in der Rolle des/der Trauerbegleiter*in Fallarbeit, Supervision, kollegiale Beratung

Nach mehr als einem Jahr Fortbildung zum/zur Trauerbegleiter/-in kann hier ein erstes Feedback zu den bereits gemachten Erfahrungen, dem eigenen Lernen und dem Umgang mit Trauernden gegeben und erhalten werden. 

Erste Erfahrungen werden ausgetauscht und supervisorisch reflektiert. Im Sinne eines weiteren konstruktiven Aufbaus der Rolle sollen Ressourcen in den Blick genommen und der Umgang damit bei sich selbst und den Trauernden eingeübt werden.

Dozierende :
Martina Zabel, Anja Gloddek-Voß

9. Kursabschnitt

Mein persönliches Konzept der Trauerbegleitung Beschreibungen, Erfahrungen, Reflexionen

In einer Abschlussarbeit entwickelt jede/r Teilnehmer*in ein persönliches Trauerbegleitkonzept, in dem eigene Erfahrungen in dem Kontext der jeweiligen Trauerbegleitungssituation gesehen und reflektiert werden. Hierbei werden der Blick auf die eigenen Stärken und Schwächen, auf innere und äußerlich gegebene Grenzen und Strukturen geschult. Handlungsspielräume werden dadurch erweitert. 

Durch die schriftliche Reflexion werden Beziehungskompetenz, Fachkompetenz, Selbstreflexionskompetenz und Systemkompetenz zu einer Rollenkompetenz zusammengefügt. Die Abschlussarbeit wird in einer der Gruppe angemessenen Form den anderen präsentiert und vorgestellt.

Dozierende:
Martin Zabel, Norbert Mucksch

Allgemeines

Die Fortbildung hat einen Umfang von 225 Unterrichtsstunden

  • 180 Unterrichtsstunden finden im Kurssystem in der Kolping-Bildungsstätte statt,
  • 20 Unterrichtsstunden werden selbstorganisiert durch das Arbeiten in einer „homegroup“ abgedeckt, d.h. dass sich Teilnehmer/ innen aus regionaler Nähe zwischen den Kursabschnitten treffen und Fallarbeit bzw. kollegiale Beratung oder Arbeit an Themen praktizieren,
  • 15 Unterrichtsstunden werden als 3er-Gruppensupervision á 5 Treffen genommen,
  • 10 Unterrichtsstunden werden gerechnet als Zeit zum Schreiben der eigenen Hausarbeit und der Literaturarbeit.

Am Ende der Fortbildung legt jede/r Teilnehmer*in

  • eine schriftliche Besprechung von Büchern oder Filmen zum Thema „Sterben/Tod/ Trauer“ vor und
  • eine Abschlussarbeit über eine durchgeführte Trauerbegleitung im Umfang von 10 DIN-A4-Seiten (1 ½ Zeilenabstand). Die Arbeit liegt der Kolping-Bildungsstätte in einfacher Ausführung gedruckt und zusätzlich als Datei ca. zwei Monate vor dem Abschlussworkshop vor

Der Kurs beinhaltet auch Abendeinheiten.

Bildungsurlaub

Für diese Fortbildung können Sie Bildungsurlaub nach dem Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW und analog in einigen anderen Bundesländern beantragen.

Die gesamte Fortbildung wird von der Kolping-Bildungsstätte zertifiziert, den Standards des Bundesverbandes Trauerbegleitung entsprechend. (siehe: www.bv-trauerbegleitung.de)

Bei den Teilnehmer*innen wird vorausgesetzt

  • mindestens 25 Jahre alt zu sein
  • sich mit eigener Trauer auseinandersetzen zu wollen
  • sich auf prozessorientierte Arbeit mit hohem Selbsterfahrungsanteil einlassen zu wollen
  • nicht selbst akut in einer persönlichen Trauer zu leben
  • die Kursleitung über akute psychische Erkrankungen oder Behandlungen zu informieren

Leitungskompetenz in Hospizgruppen

Neue Kurse sind für 2022 geplant.

Anfragen richten Sie bitte an:
u.bertels@bildungsstaette.kolping-ms.de

Die Fortbildung umfasst 80 Unterrichtsstunden und ist Voraussetzung für die Förderung nach § 39 a Abs. 2 SGB V. Eine Übernahme der Kosten ist durch die Krankenkasse nur in sehr wenigen Ausnahmefällen möglich. Die Beantragung von Bildungsurlaub können sie mit ihrem Arbeitgeber verhandeln.

Konzeption

Viele neu entstandene Hospizgruppen haben die Gründungsphase hinter sich und befinden sich nun auf dem Weg, eine festgefügte Gruppe im Rahmen einer Pfarrei, eines Krankenhauses oder eines karitativen Vereins zu werden.

Mit der Institutionalisierung geht einher, dass die anfangs eher experimentell eingenommenen Aufgaben und Funktionen in der Hospizgruppe immer mehr Fachwissen und „professionelle“ Handlungskompetenz erfordern.

Dazu gehören z. B.:

  • Leitung aktiv ausüben sowohl zur Hospizgruppe hin, als auch im Kontakt zum Träger
  • Organisation der Hospizgruppe und Einsatzplanung der Ehrenamtlichen, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
  • Begleitung der Ehrenamtlichen und deren Fortbildung
  • Kontaktaufnahme mit Angehörigen von Sterbenden oder Trauernden und das Führen der Beratungsgespräche mit ihnen
  • Wahrnehmung „sozialarbeiterischer“ Aufgaben, wenn es etwa darum geht, im sozialen Umfeld Veränderungen herbeizuführen, die das Sterben oder das Trauern erleichtern sollen

Ziel

Dieses Fortbildungsangebot will Leiter*innen von Hospizgruppen befähigen, ihre Leitungskompetenz

  • zu erfahren durch Austausch untereinander durch erfahrungs- und prozessorientiertes Arbeiten an konkreten Alltagssituationen
  • zu erweitern durch die Vermittlung von Wissen auf unterschiedlichen Ebenen: kognitiv – Informationen, kreativ – Experimente, emotional – Selbstwahrnehmung und -erfahrung
  • weiter zu entwickeln: durch den Aufbau eines eigenen Arbeits- und Leitungskonzeptes

Methode

Selbsterfahrung in der Gruppe, konkrete Übungen, Theorie-Inputs, Fallarbeit und Supervision

Dozierende

Norbert Mucksch, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialarbeiter, Pastoralpsychologe (DGfP), personzentrierter Berater (GwG), Ausbilder für Trauerbegleitung (BVT), Psychodramaleiter (DFP, DAGG), Fortbildung in ‚Analytischer Psychologie und Seelsorge‘ sowie gruppendynamische Zusatzqualifikation ‚Leiten und Beraten von Gruppen‘ (DAGG), Mitglied im Bundesverband Trauerbegleitung (BVT), Supervisor (DGSv/GwG))

Ursula Elisa Witteler, Warstein; Dipl.-Sozialarbeiterin, Trainerin für Autogenes Training, Heimleiterqualifikation, Weiterbildung in Palliativ Care für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, systemische Beraterin (SG), Supervisorin

Hinweise

Die Teilnahmegebühr ist anteilig pro Kursabschnitt zu entrichten.

Eine Anmeldung kann nur für alle drei Fortbildungsteile erfolgen.

Erwartet wird außerdem die im Laufe des Kursprozesses und in der Arbeit deutlich werdende Bereitschaft, sich auf persönliche Entwicklungsprozesse einzulassen.

Zertifikat/Teilnahmebescheinigung/Erarbeitung eines Exposés

Im Zertifikat werden die erarbeiteten Inhalte und die angewandten Methoden aufgelistet. Alternativ zum Zertifikat kann auch eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt werden. Die Fortbildung wird von der Anbietereinrichtung und den Dozierenden zertifiziert. Voraussetzung für eine Zertifizierung ist die schriftliche Erarbeitung eines Exposés mit Skizzierung einer eigenen Leitungssituation. Diese Leitungserfahrung wird im dritten Kursabschnitt im Rahmen eines Rollenspiels vorgestellt und durch Supervision und kollegiale Beratung reflektiert.

2. Angebote für Hospizgruppen ohne Terminvorgabe

Basale Stimulation am Sterbebett

Konzeption:
Sterbebegleitung stellt Mitarbeitende in Hospizen vor spezielle Herausforderungen, wenn der erkrankte Mensch in seiner Fähigkeit, sprachlich zu kommunizieren, eingeschränkt ist. Schwer zu ertragen ist eine Situation, in der deutlich zu spüren ist, dass ein sterbender Mensch noch im Kontakt zu seiner Umwelt bleiben möchte, ihm aber die Sprache fehlt.
Wie kann es gelingen, eine andere Form der Verständigung zu finden, um sich mitzuteilen, um Kontakt miteinander herzustellen?
In der Fortbildung werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Welche Kommunikationswege gibt es außer Sprechen noch?
  • Wie kann Gemeinsamkeit entstehen, auch wenn Sprechen nicht im Vordergrund steht?
  • Was ist eine gelungene Kommunikation innerhalb einer Sterbebegleitung? Was kann sie unterstützen?

Methoden:
Wir werden uns mit der Wahrnehmung schwersterkrankter Menschen, dem Kontaktaufbau und der Gestaltung des Kontaktes auf nonverbaler Ebene beschäftigen. Mit Hilfe von kurzen Infoinputs, Selbsterfahrung, Demonstrationen, praktischen Übungen, Arbeit in Kleingruppen und im Plenum lernen Sie das eigene Handlungsspektrum zu erweitern. Dabei nimmt das Erleben, Ausprobieren, Üben und sich Austauschen einen wichtigen Stellenwert ein.

Achtsamkeit in der Sterbebegleitung

Konzeption:
In der Begleitung von Sterbenden und Trauernden ist die eigene innere Haltung und der Bezug zu sich selber bestimmend für den Kontakt.
Neben einer hohen wertschätzenden Grundhaltung ist die Achtsamkeit von besonderer Bedeutung. Achtsam sein in der hospizlichen Begleitung bedeutet wahrzunehmen, was ist. Ohne zu bewerten und ohne in irgendeiner Form etwas zu wollen, weder für sich noch für den anderen. Vielmehr geht es darum, einen Raum zur Verfügung zu stellen (zu öffnen, zu erlauben) in dem der begleitete Mensch sich gesehen und angenommen fühlt mit all seinen Gesichtern und Befindlichkeiten, Tiefen und Höhen. Raum geben heißt, sich mit Leib und Seele (‚Verkörperung‘) zur Verfügung zu stellen, mitzufühlen, mit- auszuhalten, mit- zu hadern.
Es geht um ein DA-SEIN, lauschend, achtsam und nicht wissend was wird, aber in dem Grundvertrauen, dass „Es“ einen tieferen Sinn hat.

Vaclav Havel formuliert das so: „Hoffnung ist nicht die Gewissheit, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

So kann ein Feld von Geborgenheit und Gehaltensein entstehen.

Methode:
Das gemeinsame Üben und die gemeinschaftliche Selbsterfahrung in der Gruppe: „Wie fühlt sich Achtsamkeit an, bei mir selber und in der Begleitung sterbender/trauernder Menschen“ wird Hauptinhalt dieses Fortbildungswochenendes sein.

Die letzte Lebenszeit begleitet – und dann?

Begegnung mit Trauernden nach hospizlicher Begleitung

Konzeption:
Nach einer abgeschlossenen Sterbebegleitung stellen sich für ehrenamtliche Hospizbegleiter oft Fragen: „... und jetzt? Wie gehe ich mit der Trauer der Angehörigen um, wie viel Begleitung danach darf oder muss sein?“ Brauchen Angehörige (oder auch ich als Begleiter) eine Karte, ein Telefonat, einen Besuch, vielleicht sogar mehrere Nachgespräche?

Eine Antwort auf solche Fragen finden wir nur individuell für den Einzelfall, aber wir stellen doch immer wieder fest, dass vielen Trauernden ein oder mehrere Nachgespräche gut tun, wenn sich der erste Ansturm rund um die Beerdigung gelegt hat.

Ziel soll sein, die Teilnehmer zu sensibilisieren, sich mit eigener und fremder Trauer auseinander zu setzen, die Grenzen von Begleitungsmöglichkeiten zu erkennen.

Voraussetzung ist, dass sich der/ die Teilnehmer*in nicht in einer aktuellen eigenen Trauersituation befindet.

Methode:
Methode: Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt u.a. durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Gesprächsführung in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Situationsgerechtes Sprechen mit Sterbenden und ihren Angehörigen

Konzeption:
Wertschätzung, die Fähigkeit, sich emotional einzufühlen und Echtheit.
Das sind die drei Merkmale der personenzentrierten Beratung die ihr Begründer (C.R. Rogers) als zugleich notwendig und hinreichend beschreibt.

In diesem Seminar geht es mit Blick auf Begleitungssituationen in der hospizlichen Arbeit um ein erstes Einüben und bewusstes Erfahren von Wertschätzung, Einfühlung/ Empathie und Echtheit/ Authentizität und damit um die Annäherung an eine Grundhaltung, die in vielen Fällen der Schlüssel zum Zugang von trauernden oder sterbenden Menschen sein kann.

Ich verstehe und gehe ein Stück mit

Konzeption:
In diesem Seminar geht es um das Vertiefen des personzentrierten Ansatzes nach C.R. Rogers. Dabei dienen persönliche ebenso wie erlebte Themen aus den Begleitungen von Sterbenden oder Angehörigen als Grundlage des weiteren Übens und Erkennens.

In wechselnden übenden Gesprächssequenzen innerhalb der Gruppe soll den wohltuenden Aus-Wirkungen eines wertschätzenden Gegenübers und des bedingungslosen Annehmens immer wieder bewusst nachgegangen werden.

Ziel des Seminars ist es, das Sie in lebendiger Form den achtsamen Ansatz des Personzentrierten als Grundlage wieder auffrischen, sich vertiefend darin ausprobieren und austauschen können. Sie werden zunehmend sicherer in Gesprächssituationen und gelangen in eine vertiefende Bewusstwerdung der inneren Haltung.

Methoden:
Die Bearbeitung erfolgt über teilnehmerfreundliche Theorieinputs, praktische Übungen u.a. in Kleingruppen, über Selbsterfahrung und psychodramatische Angebote.
Dem konkreten Üben von Gesprächen wird ein großer Bereich eingeräumt.

Mit Leib und Seele in der Sterbebegleitung

Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupéry


Konzeption:
In der Begegnung mit und der Begleitung von sterbenden Menschen ist die Achtsamkeit eine hohe Herausforderung. Achtsamkeit bedeutet ein hohes Maß an Präsenz und Aufmerksamkeit für den Sterbenden und für die Begleiter*in selbst.

Eine ganzheitliche Wahrnehmung mit Leib und Seele gibt Auskunft darüber, ob in einer Begegnung alles stimmig ist.

In diesem Seminar wollen wir vor allem uns selbst mit Leib und Seele spüren und erleben lernen. Dies ist dann eine wichtige Grundlage in der Begleitung von sterbenden Menschen, in der das Sprechen immer mehr in den Hintergrund tritt.

Es geht unter anderem darum,
• unseren Leib als Resonanzraum zu entdecken
• unser Herz als Wahrnehmungsorgan zu erfahren
• eigene Kraftquellen (Ressourcen) zu finden und in Stresssituationen zu aktivieren
• Mitleid von Mitgefühl zu unterscheiden lernen
• nonverbale Begegnungen zu erproben
• eigene Grenzen wahrzunehmen und zu setzen

Des Weiteren werden wir uns mit den verschiedenen Bewusstseinszuständen, die in einem Sterbeprozess möglich sein können, intensiv auseinandersetzen. Sterben ist Wandlung – Wandlung ist Sterben.

Methode:
Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt unter anderem durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Schuld und Scham in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Konzeption:
Eine junge Frau gibt den Ärzten und Pflegenden die Schuld am Tod ihres Lebensgefährten. Ein Mann wirft sich vor, die Krebserkrankung seiner Frau nicht früh genug erkannt zu haben. Eine Sterbende kann sich nicht verzeihen, dass sie ihre Kinder und ihren Mann allein zurück lassen wird. Eine Familie weiß nicht, wie sie mit dem Suizid eines Familienangehörigen umgehen soll...
Schuld und Scham sind auch unabhängig von den Themenfeldern „Sterben – Tod und Trauer“ schwer zu begleitende Gefühlszustände.
Ein ganz besonderes Gewicht haben diese Emotionen aber für trauernde und sterbende Menschen. In sehr unterschiedlicher Ausprägung treten in der Trauer eben auch Schuld und Scham auf: bei Sterbenden, bei ihren Angehörigen und auch bei vielen, die mit ihnen arbeiten und ihnen bei-stehen. Um diese Aspekte in der Trauer – und Sterbebegleitung geht es in diesem Fortbildungsangebot. Das Ziel der Fortbildung ist, den versteckten Sinn dieser Emotionen zu erkennen und so einen unbefangeneren Umgang mit Schul- und Schamgefühlen zu erreichen.

Methoden:
An diesem Wochenende werden wir uns mit den eigenen Erfahrungen von Schuld, Scham und Schuldgefühlen beschäftigen. Ausgehend davon soll das eigene Verstehens- und Handlungsspektrum erweitert werden. Mit Hilfe von Selbsterfahrungsübungen, Methoden aus dem Psychodrama, Theorieinputs, Arbeit in Kleingruppen und im Plenum soll so ein anderes, weiteres Verständnis dieser Phänomene in der Sterbe- und Trauerbegleitung erreicht werden.

Spiritualität in der Sterbebegleitung

Konzeption:
Sterben und dem Tod entgegen zu gehen, kann entweder heißen, dass alle spirituellen und christlich religiösen Sicherheiten am Ende des Lebens ihre Bestätigung und Vollendung finden.
Es kann aber auch heißen, dass alles, was ein Leben lang Gültigkeit hatte, nun, im letzten Augenblick, an Bedeutung verliert: Lebenssinn und Sicherheiten entschwinden, Glaubenswahrheiten lösen sich auf. Zum Schluss bleiben nur noch Fragen.
Vielleicht geschieht auch das Umgekehrte: ein sterbender Mensch war nie religiös oder spirituell orientiert und geht gelassen auf den Tod zu in der Sicherheit, dass eine biologische Existenz nun ein Ende findet wie bei jeder anderen Kreatur auch.
Ebenso gibt es die Möglichkeit, dass ein bislang ungläubiger Mensch im letzten Lebensmoment vor der drängenden Frage steht, ob es vielleicht doch etwas „danach“ geben könnte...

An diesem Wochenende soll der Umgang der Sterbebegleiter*innen mit der spirituellen Not von Sterbenden und möglicherweise eigenen Glaubenszweifeln zur Sprache gebracht werden.
Dabei geht es sowohl um die Frage nach unterschiedlichen Gottesbildern als auch darum, welches Bild von Spiritualität Sterbebegleiter*innen haben sollten, und welche innere Haltung zu spirituellen Fragen, um auf die Begegnung mit unterschiedlichen Situationen Sterbender vorbereitet zu sein.

Methoden:
Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt u.a. durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Sterbebegleitung bei Demenz

Konzeption:
Die Zunahme von Demenzerkrankungen ist nicht nur ein Faktum in den Einrichtungen der Altenhilfe, sondern immer mehr auch eine Situation, der sich sowohl die ambulante Hospizbewegung wie auch die stationären Hospize stellen müssen. Wie kann ich an Demenzerkrankungen leidende Menschen erreichen? Wie kann ich sie erreichen als Menschen, die zwar in meiner Realität leben, aber zugleich immer auch in ihrer eigenen Wirklichkeit?

Im Rahmen dieses Wochenendseminars wollen wir gemeinsam mit Ihnen versuchen, Wege zu finden, sich auf diese Wirklichkeit einzulassen, um in dieser Wirklichkeit angemessen und hilfreich begleiten zu können. Wir werden bei den Erfahrungen der Teilnehmenden ansetzen und es wird auch Möglichkeiten geben, diese eigenen Erfahrungen in der Gruppe zu reflektieren. Darüber hinaus werden wir uns auch der Situation der Angehörigen von Demenzpatienten widmen, denn mit gutem Grund spricht man beim Thema Demenz auch von der „Krankheit der Angehörigen“ oder von Demenz als Familienkrankheit.

Methoden:
Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt u.a. durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Sterbebegleitung mit Herz - und was sagt mir mein Körper?

Grenzen spüren und erweitern durch Achtsamkeit für die Sprache des Körpers

Konzeption:
In der Begegnung mit und der Begleitung von sterbenden Menschen richtet sich unsere ganze Aufmerksamkeit auf die zu begleitende Person. Sie bekommt alle Aufmerksamkeit, weil es die Aufgabe der Begleitung ist, einem sterbenden Menschen zu helfen, seinen ganz eigenen Weg zu finden.
Bei dieser Aufmerksamkeit für den Anderen / die Andere bleibt die Aufmerksamkeit für mich selbst oft auf der Strecke.
Nicht nur mein Gefühl gibt mir Auskunft darüber, ob in einer Begegnung alles „stimmig“ ist, auch mein Körper verfügt über Mechanismen, die mir darüber Auskunft geben, WIE sich eine Begegnung gestaltet und ob sie mir möglicherweise zum Schaden ist und damit am Ende auch dem Anderen.

In diesem Seminar wollen wir vor allem uns selbst in unserem Körper neu sehen und erleben lernen. Dann verstehen wir besser, was er uns sagen will.

Es geht darum:

  • den eigenen körperlichen Standpunkt zu finden und zu spüren
  • sich um die eigene Mitte zu zentrieren (bei sich sein)
  • durch Atmung die eigenen Ressourcen zu aktivieren
  • eigene Grenzen wahrzunehmen und zu setzen
  • Nähe und Distanz zu Anderen auszutaxieren
  • den Körper und seine Sinne in der Begegnung mehr wahrzunehmen (sehen, hören, fühlen)
  • nonverbale Begegnungen zu erproben
  • eigene Kraftquellen zu finden und in Stresssituationen zu aktivieren.

Methode:
Die Themen und Schwerpunkte werden prozessorientiert je nach Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen variiert. Die Bearbeitung erfolgt u.a. durch Theorieinputs, Übungen, Fallarbeit und Austausch im Plenum.

Wenn und hätte…- Schuld verstehen

Konzeption:
In diesem Seminar geht es um die Auseinandersetzung mit dem Thema Schuld inner halb einer Begleitung von Sterbenden und/oder Angehörigen.

Es ist möglich, dass Menschen, die begleiten, mit dem Thema Schuld in sehr individueller Form konfrontiert sind. Sie geraten dann leicht in das Gefühl, in Schuldfragen verstrickt zu werden und eine Antwort wissen zu müssen.

Gibt es sie, die Schuld und wie wird sie von uns bewertet? Was ist gemeint, wenn wir über Schuld-GEFÜHL sprechen?

Wie können wir uns verhalten, wenn wir in Begegnungen mit dem Thema konfrontiert werden? Welche innere Haltung kann uns leiten in der Begleitung mit dem Thema Schuld?

Methode:
Diesen und anderen Fragen wollen wir uns in diesem Seminar widmen. Es werden teilnehmerfreundliche und verständliche Theorieinputs in Kombination mit praktischen Übungen u.a. in Kleingruppen angeboten. Über mitgebrachte selbsterfahrene Begegnungen verknüpfen wir Wissen und Praxis miteinander. Das Seminar wird auch von den kreativen Angeboten des Psychodramas belebt.

Trauerstark – Von der Stärke in der Trauer

Konzeption:
In Sterbe- und Trauerprozessen, dort, wo Menschen mit Endlichkeit und begrenzter Lebens-(Zeit) konfrontiert sind, tauchen häufig Themen auf, die etwas mit offenen Fragen, bislang ungelösten Problemen und auch mit Vermeidungen zu tun haben.
Sterbende und trauernde Menschen machen nicht selten die schwer auszuhaltende Erfahrung, dass alte oder verdrängte Themen sie wieder einholen, dass sie spüren, etwas versäumt zu haben oder einem Mitmenschen schuldig geblieben zu sein.

Hospizmitarbeitern*innen als von außen kommende, weitgehend neutrale Begleiter*innen werden diese offenen Fragen möglicherweise eher anvertraut als den betroffenen Personen im Familiensystem.
Und an dieser Stelle taucht die Frage auf: Welche Aufgabe hat ein Hospizbegleiter in sich abzeichnenden Versöhnungsprozessen oder auf Versöhnungswegen.

Oftmals haben Begleitende in solchen Situationen größere Ansprüche und Vorstellungen, als sie für Betroffene umsetzbar sind.
Gerade in diesem Kontext gilt die nicht nur empfohlene sondern sogar gebotene hospizliche Grundhaltung, absichtslos in den Kontakt zu gehen und die eigenen, subjektiven Wertmaßstäbe und Ansprüche zurückzunehmen. Neben dieser Absichtslosigkeit ist eine achtsame und geduldige Haltung entscheidend wichtig.

Die „Lösung“ auf einem Versöhnungsweg können nur die beteiligten Personen für sich finden. Im besten Fall kann man die Suchbewegung auf diesem Weg begleiten und ggf. dazu ermutigen selbst erste Schritte zu tun.
Und wie immer gilt bei einer wirklich hilfreichen Begleitung der Leitsatz: „Wer begleitet geht nicht voran!“

Frieden schließen – die Bedeutung der Versöhnung in der Trauerbegleitung

Konzeption:
Unter Resilienz versteht man die seelische oder auch psychische Widerstandskraft eines Menschen, die dazu verhilft oder zumindest verhelfen kann, auch in extremen Krisensituationen nicht innerlich zu zerbrechen. Selbstwirksamkeit, Gelassenheit, Hoffnung, Achtsamkeit, psychische Beweglichkeit – all das sind Begriffe, die mit Resilienz in Verbindung gebracht werden.
Aber darf man in Zusammenhang von Trauer überhaupt von Resilienz sprechen? Passt dieser Begriff in diesem Kontext überhaupt? Und falls ja, so stellt sich die Frage, welche Haltungen in der Trauerbegleitung dazu beitragen können, die Ressourcen, Fähigkeiten und Kräfteeines trauernden Menschen wachzurufen oder zu stärken.
In diesem Seminar geht es um das eigene Verständnis von Resilienz, die Erfahrung mit den eigenen Ressourcen und den erlebten Ressourcen trauernder Menschen. Und nicht zuletzt geht es um das Erlernen einer resilienzfördernden Begleitungshaltung in der Trauerbegleitung.

Methoden:
Die Bearbeitung des Themas erfolgt über teilnehmerfreundliche Theorieinputs, über Selbsterfahrungssequenzen, praktische Übungen (im Plenum und in Kleingruppen) sowie unter Zuhilfenahme von audiovisuellen Medien.

Wenn Trauer nicht enden will - vom Umgang mit komplizierter Trauer

Konzeption:
Manchmal schließt sich die Trauerbegleitung eines Angehörigen wie von selbst an die Sterbebegleitung eines Menschen an. Oder es beginnt ein ganz neuer Kontakt mit dem Ziel, eine akute Trauersituation zu begleiten.
Und dann kann es geschehen, dass sich bei dem zu begleitenden Menschen eine ungeahnte Wucht an unverarbeiteter Trauer entlädt oder – viel schlimmer – die Trauerbegleiter*in durch diffuse Hinweise eine Ahnung bekommt, dass sich hinter dem aktuellen Trauerthema eine traumatisierende Erfahrung vergangener Zeiten den Weg an die Bewusstseinsoberfläche bahnt. Das verunsichert: Was ist zu tun?

In der Trauerbegleitung geht es dann zuerst einmal darum, die Unterscheidung vornehmen zu können:

  • Was sind Symptome von Trauer und was die von Traumatisierung?
  • Wo liegt die Grenze der Trauerbegleitung und wie muss ein/e Trauerbegleiter* in dann handeln?
  • Wie kann ich mit traumatisierten Menschen umgehen?
  • Wie bleibe ich in der Begleitung handlungsfähig, wenn möglicherweise eigene Trauma- Erfahrungen reaktiviert werden?

Ziel:
Ziel der Fortbildung ist einerseits die Sensibilisierung bezüglich der Unterscheidung von Trauer und Trauma und andererseits eine weitere Qualifizierung in der Rolle des/ der Trauerbegleiters/in. Diese sollen ermutigt werden, Menschen in extremer Trauer auszuhalten und sicher begleiten zu können.

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