Altarbilder von Egbert Verbeek

Von 1983 bis 2021 hingen in der Kapelle der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld drei Altarbilder des Künstlers Egbert Verbeek. Die Bilder entstanden im Rahmen eines Künstlerprojektes, bei dem Herr Verbeek von 1982 bis 1983 in der Kolping-Bildungsstätte gearbeitet hat. Mit den Planungen für eine erneute Umgestaltung der Kapelle wurden die Bilder im Frühjahr 2021 abgenommen und durch das Bistum Münster sicher eingelagert.

Kapellenansicht mit Bildern

Die nebeneinander gehängten, auseinandergezogenen drei Tafeln erinnern trotz der Asymmetrie der Aufhängung an eine Triptychon-Komposition. Schon nach einer kurzen Betrachtung wird deutlich, dass sich Betrachtende längere Zeit in die Bilder vertiefen müssen, um einen Zugang zu ihrer Aussage zu finden.

Linke Tafel

Diese Darstellung wird eingerahmt durch zwei mächtige Bäume, die in ihrem Wurzelwerk un in ihren Kronen miteinander verbunden sind.

Die in der Mitte beginnende „Himmelsleiter“ endet unsichtbar für den ‚Betracht er in einem verdeckten Licht.

In der Mitte ist Maria zu erkennen, deren linke Hand überdimensional dargestellt wirkt. Sie blickt aus großen Augen auf das Kind. Ihr Mund ist geöffnet, ihre Gesichtszüge wirken erschöpft, wie die einer Wöchnerin. Ihr zur Seite gesunkener Kopf lässt einen verlorenen und die Umwelt kaum registrierenden Gesichtsausdruck erkennen.

Das Kind liegt auf dem Rücken, das linke Bein ist leicht angezogen. Es hat seine Arme nach unten gespreizt. Sein Blick wirkt im Gegensatz zu dem der Mutter wach und gespannt.

Die sieben Rosen erinnern an die Symbole der Schmerzen Marias.

Das Cello im mittleren Teil erinnert an die Darstellung des Engelkonzertes im Isenheimer Altar.

Altarbild
 

Rechte Tafel

Im unteren Teil des Baumstammes taucht das Motiv der Frau aus dem linken Bild wieder auf. Sie ist hier als langgewandete Frau mit der Totenmaske (ecce homo) dargestellt.

Die sieben Rosen tauchen als siebenblättrige Rosette wieder auf, die linke Hand ist ebenfalls wieder größer dargestellt.

Während die linke Tafel mehr an ein Geburtsbild erinnert, finden sich in der Rechten Motive von Pieta-Darstellungen wieder. Es ist hier ebenfalls ein Baumstamm ersichtlich, der aber abbricht. Oben taucht er wieder auf als starkbewegte, feurige Krone, deren Laubwerk und Äste eine Kreuzesform bilden.

Im mittleren Teil des Bildes ist ein Steinbruch zu erkennen, der an Bilder aus dem Konzentrationslager in Mauthausen erinnert. Immer wieder werden oben steine weggesprengt.

Ein großer Stein hängt über dem Wasser, gehalten von einer unsichtbaren Kraft.

Der Weg zum Steinbruch findet eine Entsprechung in der linken Tafel.

Verbindendes Element der linken und der rechten Tafel scheint die Symbolisierung des Lebens zu sein: Geburt und Tod umrahmen die mittlere Tafel.

Rechte Tafel
 

Mittlere Tafel

Die mittlere Tafel hat stark visionäre Züge. Der untere Teil gleicht einem metallenen Kelchfuß. Die Lichtführung entspricht der eines Kreuzes.

Insgesamt entsteht der Eindruck einer außergewöhnlichen übermächtigen Weltraumlandschaft, deren statischer Gesamteindruck im Gegensatz zum rechten und linken Bild steht. Die Darstellung des Kopfes in der Mitte erinnert an das Schweißtuch der Veronika.

Mittlere Tafel
 
Ansicht alle drei Tafeln

Auszug aus einer Erläuterung der Altarbilder.
Fotografien der Bilder: Dr. Michael Reuter, Bistum Münster

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