33. Psychodramatage Coesfeld

In den angebotenen Workshops erlernen oder vertiefen Sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Methoden des Psychodramas.

Ort
Tagungshaus Kolping-Bildungsstätte
Gerlever Weg 1 48653 Coesfeld

Veranstalter
Kolping-Bildungsstätte Coesfeld GmbH

Termine
Fr, 09.11.2018, 16:00 Uhr - So, 11.11.2018, 14:00 UhrTermin buchen

Liebe Psychodramatiker/innen und Interessierte!

Zu viel oder zu wenig? Diese Frage durchzieht alle Lebensbereiche.
Für alles müssen wir „das rechte Maß“ finden,
„Maß halten“, „Maß-nahmen“ ergreifen, „Maß-losigkeit“
bekämpfen usw.. Paradoxerweise kann aber auch der Verzicht
auf etwas maßlos sein. Psychische Erkrankungen
imponieren meist dadurch, dass es den Menschen nicht
(mehr) gelingt, für Ihr Erleben und Verhalten das angemessen
Maß zu finden (sehr deutlich bei Zwang, Manie, Angst,
Depression). Doch Maße können auch entarten (Überregulierung).
Es gilt in vielen Bereichen unsere eigenen Maße
zu finden. Wir tun es, ohne uns darüber unbedingt bewusst
zu sein.

Auf der Tagung wollen wir uns im Vortrag und in den Workshops
mit unterschiedlichen Problemen und Lösungen zur
Frage nach den Maßen in verschiedenen Lebenssituationen
befassen.

Das Vorbereitungsteam freut sich auf spannende Begegnungen
mit Kursteilnehmern und Gästen, sei es im Plenum,
in Workshops, an der Theke und an unserem Kleinkunst-
Abend mit Musik und Disco .

Petra van Husen
Pädagogische Leiterin der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld

Ernst Diebels, Hans Joachim Schmitz, Kerstin Scotland, Gerd Wördehoff,
Arbeitsgemeinschaft Psychodrama-Tage Coesfeld

Konzeption

An diesem Wochenende geht es lebendig zu. In den angebotenen Workshops erlernen oder vertiefen Sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Methoden des Psychodramas.
Es werden Anregungen für die persönliche Weiterentwicklung sowie für den beruflichen Alltag gegeben. Auch ist Gelegenheit der Rückbesinnung auf die eigenen Ressourcen. Neben Inspiration für „Alte Hasen“ bietet die Tagung gerade für Psychodrama-Einsteiger/- innen den optimalen Rahmen, um sich einen ersten Einblick in die Methoden und die Anwendungsvielfalt zu verschaffen! 

Zudem bieten wir eine Kindergruppe für 6-14 Jährige an, die sich mit Spielfreude und vielen Aktionen dem Tagungsthema widmen. 

Der Rahmen der Fortbildung bietet eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Psychodramatiker/- innen zu vernetzen, Ideen auszutauschen oder zu entwickeln. 


Vortrag

Ute Wilbers

Genug ist nicht genug“!?
Hartmut Rosa’s Resonanz-Konzept und seine Kritik an der (Spät-)Moderne

Hartmut Rosas konstruktives Weiterdenken der kritischen Theorie bietet einen differenziert analytischen, wie auch frischen und lebendigen Blick auf unsere Zeit. Sein Gedankengut regt zur gesellschaftlichen wie auch persönlichen Reflexion an.

…. Was hätte Moreno wohl zu Rosa's Gedankengut gesagt und wo liegen Verbindungen zum Psychodrama?

Workshop 1

Ute Wilbers
Einschränkung

Wir werden inspiriert vom Gedicht „Einschränkung“ von J.W.
von Goethe, welches mit der Zeile: „Ich weiß nicht, was mir hier
gefällt,..“ beginnt. Meditativ und kreativ werden wir die Fragen
untersuchen: Was gefällt mir in dieser Welt? Was ist für mich
„das Gute“? Wo hört für mich die Beliebigkeit auf? Finde ich in
meinem Leben „das rechte Maß getroffen“? Was erhoffe ich mir
für die Zukunft? Wie möchte ich sie (mit-)gestalten? Was liegt in
meiner Macht?

Das Seminar bietet den Raum, mit Goethes Gedicht zu spielen,
selbst Gedichte zu schreiben, und erhoffte Zukunftsbilder spielerisch
zu gestalten. Und vielleicht ja auch herauszufinden, was
„Einschränkung“ für eine/n selbst bedeuten kann.

Workshop 2

Hans Joachim Schmitz, Ernst Diebels
Schluss machen …


Wann ist das Maß voll? Wann ist es genug? Wann ist es Zeit,
etwas zu beenden und abzuschließen?

Wie diese Fragen zeigen, die sich immer auf einen Zeitrahmen
oder Zeitpunkt (wann?) beziehen, gibt es für alles im Leben eine
Zeit. Das menschliche Leben selbst ist zeitlich begrenzt und lässt
uns – je nach individuellem Schicksal – mal mehr, mal weniger
Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind. Aber wann aufhören, abschließen
- mit der Beziehung, die uns nicht gut tut, mit der Arbeit,
die uns immer noch Freude macht, mit den Hobbies, deren
Ausübung mit zunehmendem Lebensalter schwieriger wird …

Der Entschluss, nach mehreren Jahrzehnten das RHEINLAND –
INSTITUT zur Ausbildung von Psychodramatiker*innen aufzulösen,
führte uns zu der Auseinandersetzung damit, welches das
rechte Maß sei, einen Schlusspunkt zu setzen und sich von einem
wichtigen geliebten Lebensabschnitt zu verabschieden. Das
ging nicht ohne innere Konflikte, emotionale Verwerfungen und
Diskussionen. Das liebgewonnene „Kind“ Institut und die damit
verbundenen Verpflichtungen, Freuden und „Gratifikationen“
aufzugeben, ist mehr als ein formeller Akt, es ist so etwas wie das
Aufgeben einer „Lebensform“. Diese persönliche Erfahrung der
beiden Institutsleiter gab den Anstoß zu der Idee, des Workshops.

Wir wollen in unserem Workshop die Bühne öffnen für all die
Fragen, die sich um das Maß, den Zeitpunkt und die Konsequenzen
des Beendens lebenswichtiger Beziehungen zu Menschen,
Institutionen sowie belebter und unbelebter Objekte
zentrieren. Wann und wie mach(t)e ich Schluss mit etwas und was
muss(te) passieren, dass „es“ mit mir abschloss? Welche Erfahrungen
machte ich und welche Neu-Erfahrungen will ich
diesbezüglich ausprobieren? Um eins kommen wir nicht herum:
„Endlichkeit müssen wir herstellen ...“ (K. Jaspers)

Workshop 3

Gerd Wördehoff
„Schlechtes Maß und schlechtes Gewicht
kommt vor Gottes Gericht.“

Der lebenserfahrene Volksmund führt mich in therapeutische
Ich - Spaltung, lässt mich mein Tun bemessen. ‚Zuviel des Guten‘
findet oft in der Arbeit und dann wieder in der Kompensation
der dadurch entstehenden Mangellage existenziellen Selbst -
Vorkommens statt.

„Es scheint geradezu so, als gehöre die Zeit
nicht mehr allen gemeinsam, sondern wäre inzwischen privatisiert...
das Problem war die Privatisierung der Ehrlichkeit...“
(H.M. van den Brink)

Ich lade ein zu einem gemeinsamen Gang durch unsere Arbeits- und
damit Lebenszeit.

Workshop 4

Kailash von Unruh, Uli Markowiak
Wie es euch gefällt

„As you like“ nannte Shakespeare ein Stück, dass dem damaligen
Publikumsgeschmack scheinbar Rechnung trug
und einen damals sehr beliebten, etwas schnulzigen Roman
als Vorlage für seine Arbeit wählte. Das war natürlich
ein Trick: Am Ende waren Konventionen als Konserven
entzaubert und fraglos Akzeptiertes geriet in Bewegung.

Kommt Ihnen diese Arbeitsweise vielleicht bekannt vor?
Wir finden darin etwas von unserer Arbeit als Coach und Supervisor
wieder, wenn wir mit psychodramatischen Methoden
die Welt des Klienten inszenieren, um damit zu arbeiten.

Aber wie werden Konserven eigentlich entzaubert? Was ist der
Trick dahinter? Wir denken, dass Shakespeare wusste, was er
tat, aber wissen wir eigentlich, was wir tun, wenn wir psychodramatisch
arbeiten? Gibt es ein Maß, nach dem wir handeln?
Ist im Psychodrama alles erlaubt? Gibt es Vorgaben, nach denen
wir handeln oder ist das alles Intuitiv? Und ist Intuition beliebig?

Wir möchten mit euch aktuelle Ansätze, die den Trick erklären
anschauen und ausprobieren …

Workshop 5

Dr. Birgit Zilch-Purucker
Zu viel oder zu wenig?

Soziologen beschreiben unsere Gesellschaft als müde, erschöpft,
depressiv und narzisstisch. Sind wir also krank? An
was kranken wir? Deren Diagnose ist die Beschleunigung aller
Lebensbereiche, der Tausch- und Warencharakter des Kapitalismus,
der bis in die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit hineinreicht
und die Begegnungen unter Menschen verändert.

Psycho-logisch wird es uns „zu viel“ – viele Erwartungen
erfüllen sich nicht. Können wir zufrieden sein? In diesem
Seminar wollen wir autobiografisch erarbeiten, wie (ob?)
wir in dieser Gesellschaft glücklich werden können. Welche
(auch ethischen) Maßstäbe brauchen wir dazu? Wo
und an wem orientieren (messen) wir uns? Müssen wir ggf.
Maß halten, weniger wollen oder auch wegsehen, um mit
uns selbst und mit den anderen friedlich leben zu können?
Moreno wollte die Welt heilen – welches Heil wollen wir? Wann
genügen wir uns?

Workshop 6

Kerstin Scotland, Holger Harriers
Psychodrama Einstieg –
Haltung, Bewegung, Satz, Erfahrung – mit mir

Wie geht das?
                        Wo und mit wem kann man das nutzen?
                                    Wie fühlt sich das an?
          Bringt mir das was?

Psychodrama erleben, den Gefühlen Bildern im Kopf reale Erfahrungen
gegenüberstellen, mit dem anderen die Rolle tauschen
und dabei Ideen für die Anwendung in verschiedensten
Settings und Anwendungsfeldern bekommen...

Dieser Workshop ist eine Entdeckungsreise durch die gruppen-
und psychodramatische sowie gruppendynamische Methodenvielfalt.
Aus Soziometrie, Vignetten, Bühnenspiel, u.v.m.
nimmst Du einen Blumenstrauß an Erfahrungen mit. Diese
Erfahrungen entstehen aus dem Moment, mit Kreativität, Spielfreude
und Lust am Er-Leben... – eben Psychodrama.

Gäste, Psychodrama-Einsteiger und Ausbildungskandidaten
sind herzlich willkommen!

Workshop 7

Jana Harriers
Bunte Gruppe (Kinder und Jugendliche zwischen
sechs und vierzehn Jahren)

Für unsere bunte Gruppe ist „Maß und Beliebigkeit“ auch
ein spannendes Thema. Im Rahmen des Workshops werden
wir uns spielerisch mit verschiedenen Regeln (der
Schule / der Familie / der Gesellschaft usw.) auseinandersetzen.
Fragen wie: „Was darf ich und was nicht?“ können
die Teilnehmer*innen humorvoll miteinander diskutieren
und in Form von kleinen Sketchen auf die Bühne bringen.

Ansonsten werden die Teilnehmer*innen ganz viel Freiraum
für ihre eigenen Ideen und Wünsche bekommen. Auch die grüne
Umgebung wollen wir während des Workshops erkunden.

Methode

Psychodrama

Dozentinnen / Dozenten

Ernst Diebels, Wuppertal; Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Psychodramatherapeut, Leiter der Joh. Tagesklinik Wuppertal-Barmen

Hans Joachim Schmitz, Gladbeck; Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Psychodramatherapeut (DFP)

Kerstin Scotland, Recklinghausen; Dipl.-Psychologin, Psychodrama-Therapeutin (DAGG) und Ausbilderin, Verhaltenstherapeutin, EMDR, Psychologische Psychotherapeutin, Supervision, Coaching, Training, eigene Praxis

Petra van Husen, Pädagogische Leiterin der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld, Dipl.-Pädagogin, Psychodrama-Leiterin, Fachauditorin Bildungsmanagement, Arbeitsgemeinschaft Coesfeld Psychodrama-Tage

Gerd Wördehoff, Bochum; Dipl.-Psychologe, Psychodrama-Therapeut (DAGG), Psychoanalytiker (DGIP, DGPT), Verhaltenstherapeut, Dipl.-Sozialarbeiter – Sozialtherapie, eigene Praxis in Bochum sowie weitere Fachleute aus den Bereichen Therapie und Pädagogik

Ute Wilbers, Nijmegen, Supervisorin/ Coach M.A. (DGSv), Kreativtherapeutin,
Psychodramatikerin, Dozentin an der Fachhochschule für Soziale Arbeit (HAN Hogeschool Arnhem en Nijmegen)

Kailash von Unruh, Ruppichteroth, Dipl. Psychologin, freiberufliche Beraterin/ Trainerin

Ulrich Markowiak, Köln, Organisationsberater, Coach, Supervisor, Koordinator des Beraternetzwerkes koelnteam, Psychodrama Institut für Europa, Köln

Dr. Birgit Zilch-Purucker, Dinslaken, Ärztliche Psychotherapeutin, Psychoonkologin

Holger Harriers, Köln, Dipl.-Psychologe, Psychotherapeut KJ, Psychodrama-Therapeut

Jana Harriers, Dortmund, Heilpädagogin und systemischer Beraterin, Traumapädagogin/Traumafachberaterin

Adressat/-innen

Menschen, die in therapeutischen oder pädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind.
Menschen, die beruflich oder auch ehrenamtlich Gruppen und Teams leiten, beraten oder begleiten.

Termin

09.11.18, 16.00 Uhr – 11.11.18, 14.00 Uhr

Kurs-Nr.

08-2018-11-027

Teilnahmegebühr

300,00 Euro;
200,00 Euro (ermäßigt für Studenten)
inkl. Unterkunft und Verpflegung

Mindestteilnehmeranzahl

50

Anmeldung

  • Ulrike Bertels

    Sekretärin - Lebensgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung, Sterbe- und Trauerbegleitung

    +49 2541 803-132
    E-Mail


Fachliche Fragen

  • Petra van Husen

    Pädagogische Leitung - Hörschädigung und Kommunikation, Lebensgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung, Menschen mit Behinderungen

    +49 2541 803-114
    E-Mail

Weitere Fortbildungen

Anschrift

Kolping-Bildungsstätte
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Gerlever Weg 1
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T: +49 2541 803-03
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