Die Kolping- Bildungsstätte war ihr Zuhause
Inge Steinkamp nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet.
Seit 42 Jahren arbeitet Inge Steinkamp ganztägig im hauswirtschaftlichen Dienst des St. Pius- Kollegs, das später zur Kolping- Bildungsstätte , Heimvolkshochschule, wurde. Am 1. Januar 2009 wurde die gebürtige Coesfelderin 60 Jahre alt und ging in den wohlverdienten Ruhestand. Leben wird sie weiterhin in ihrer Wohngruppe von Haus Hall in Coesfeld. "Mit Ihrem Ausscheiden geht auch eine langjährige Ära in unserer Bildungsstätte zu Ende." Geschäftsführer Viktor Appelmann rief in einer kleinen Feierstunde im Beisein aller Kolleginnen und Kollegen sowie den Geschwistern von Inge Steinkamp die wechselvolle Geschichte des Hauses in Erinnerung, "die untrennbar mit Ihnen, liebe Frau Steinkamp, verbunden ist."
1966, in einer Zeit, die "noch nicht von Arbeitsrecht und Paragrafen bestimmt war", begann Inge Steinkamp ihren Dienst im damaligen Pius- Kolleg. Es stand unter der Leitung der Schwestern "Unserer Lieben Frau". Im Rahmen ihrer Möglichkeiten arbeitete sie dem Hauswirtschaftsdienst zu. "Sie waren in diesen Jahren an sechs Tagen in der Woche und manches Mal noch an den Sonn- und Feiertagen mit Ihrer Arbeitskraft präsent." Das verdiene Dank und Hochachtung, so Viktor Appelmann. Mit der weiteren Geschichte des Hauses stellten sich auch für Inge Steinkamp Veränderungen ein. Gleichwohl: "Die Mitarbeit im Hauswirtschaftsdienst blieb der Mittelpunkt Ihres Lebens."
Im Jahre 1978 schloss das Internat des Pius- Kollegs. In den Jahren darauf wurde das Haus zu einer modernen Kolping- Bildungsstätte ausgebaut. Elf Jahre später verließen die Schwestern "Unserer Lieben Frau" die Bildungsstätte. Eine Zäsur im Leben von Inge Steinkamp. Diesen und weitere Wechsel, die damit verbundenen Veränderungen in der hauswirtschaftlichen Leitung sowie die jährliche Steigerung der Tages- und Übernachtungsgäste habe sie mit ihrer ruhigen Wesensart stets positiv mitgetragen, dankte Appelmann seiner Mitarbeiterin für 42 Jahre Dienst am Gerlever Weg. Zum christlichen Selbstverständnis der Kolping- Bildungsstätte gehöre seit jeher, auch behinderten Mitmenschen einen Arbeitsplatz anzubieten. So wird in enger Kooperation mit Haus Hall über eine Neubesetzung der frei werdenden Stelle nachgedacht.
Auch die Kolleginnen in der Hauswirtschaft verabschieden "ihre" Inge nur ungern: "Sie wird uns sehr fehlen." Still und bescheiden, stets gewissenhaft in ihren Aufgaben, beim Tische eindecken oder bei Reinigungsarbeiten in der Küche, sei Inge Steinkamp die "gute Seele unseres Teams" gewesen. Malen und puzzeln sind ihre Hobbies. Tiere mag sie besonders gern. "Zum Abschied haben wir Inge einen Besuch im Zoo geschenkt. Da werden wir uns allesamt einen schönen Tag machen."
Text: Rita Kleinschneider
