Suche nach einer neuen Spiritualität
Lebenswirklichkeiten von Senioren heute – Herbsttagung in der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld
Prof. Veelken (2.v.r.) beleuchtete in der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld die Lebenswirklichkeiten von Senioren heute. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit den Organisatoren der Tagung (v.l.) I. Neuß, S. Wilmer-Kausch, A. Giseke, P. van Husen (Foto:Hagemann)
„Noch nie gab es so viele ältere Menschen wie jetzt. Wird man in 100 Jahren sagen: Damals gab es einen Aufbruch der Alten, die kompetent, lernwillig und neugierig aufs Leben waren?“, so Professor Ludger Veelken, Geragoge aus Dortmund und Referent der Herbsttagung in der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld. 65 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus dem ganzen Münsterland kamen nach Coesfeld, um sich in Vorträgen und Diskussionen zu informieren und auszutauschen unter dem Thema „Zeit aufzubrechen – Lebenswirklichkeiten von Senioren heute“. Das Referat Seniorenseelsorge des Bistums Münster, die Familienbildungsstätte Dülmen und die gastgebende Kolping-Bildungsstätte Coesfeld freuten sich über 65 ältere Menschen sowie pastorale Mitarbeiter, Fachreferenten, Multiplikatoren aus Seniorenbüros und der verbandlichen Seniorenarbeit. Professor Veelken zu den Senioren wörtlich: „Die jetzigen Altengenerationen sind aufgewachsen mit fest gefügten Moralvorgaben und Glaubensinhalten. Heute erleben sie eine Wertevielfalt, die auch das Alter einschließt. Denn heute bleibt es weitgehend jedem überlassen, wie er das Alter gestaltet.“
Die Glaubenswege der jungen Senioren machen da keine Ausnahme, wurde erklärt, denn auch hier ist die eigene Entscheidung gefordert. „Nach dem Katechismus kam lange Zeit nichts“, so Professor Veelken, „aber jetzt ist die Suche nach einer neuen Spiritualität ein besonderes Kennzeichen der älteren Generation“. Die gelebte Wegestrecke annehmen sei eine spirituelle Aufgabe im Alter, denn die Seele kenne keinen Ruhestand. Gute Ideen lieferten Arbeitsrunden am Nachmittag: Gottesdienste zum neuen Miteinander der Generationen, Besuchsdienste und Adventsfeiern draußen vor der Haustür. Eine Gruppe wird zu „Männer und Spiritualität“ weiter arbeiten. Wünsche gab es auch an das Bistum Münster: Austauschrunden und Vernetzung für die hauptamtlich in der Seniorenpastoral Engagierten: „Die Arbeit ist nicht neu, aber trotzdem Neuland. Es wird Zeit aufzubrechen, damit wir den jungen Senioren, dem grauen Gold, gerecht werden“, so heißt es abschließend dazu.
